Blindflug für Hausverkäufer

27April

Blindflug für Hausverkäufer
Über das Verhältnis zwischen Eigenheim-Verkäufern und Maklern ist empirisch nicht besonders viel bekannt. Mal übliche Vorurteile außen vor. Studien bestätigen aber, die überwiegende Zufriedenheit von Verkäufern mit der Zusammenarbeit mit dem Makler. Erstaunlicherweise führt das aber nicht zu einer niedrigeren Privatanbieterquote. Eine Spurensuche.

Der (fiktive) Fall:
Kerstin van Voorst (Name geändert) möchte das erst vor 5 Jahren am Niederrhein erworbene Heim wieder verkaufen. Die Familie braucht doch mehr Platz als gedacht. Kosten damals mit allen Nebenkosten rund 250.000€. Kerstin ist nach Recherche erstaunt mit welchem Preis vergleichbare Häuser heute ausgepreist werden. Gut  65.000€ mehr stellt sie zufrieden fest. Etwas aufgerundet auf 320.000€ (Verhandlungspielraum) stellt sie es in eBay Kleinanzeigen ein. Ohne zu ahnen, welch ein Tsunami zu rollen beginnt. 10 Kaufzusagen in einer Woche. Was nun?

Szenario 1
Kerstin verkauft an den ersten, der die Zusage gemacht hat. 62.500€ steuerfreier Gewinn. Was soll da falsch gelaufen sein?

Szenario 2
Kerstin ist ratlos. Wen soll sie auswählen? Eigentlich wollte sie keinen Makler, der kostet ja. Schließlich ruft sie doch bei einem Makler an, den Sie empfohlen bekam. Ob der denn mal eine Wertermittlung machen würde, fragt sie ihn. Der macht eine Marktanalyse und kommt auf sagenhafte 420.000€. Kerstin glaubt es erst mal nicht. Doch das Geld lockt, können sich doch die Wünsche mit höherem Erlös besser realisieren. Sie beauftragt den Makler.

Was lief falsch?
Was bei Szenario 1 fast schief gelaufen wäre, verdeutlicht die aktuelle Lage am Immobilienmarkt. Wo hohe Nachfrage auf knappes Angebot trifft, werden hohe Preise gezahlt. Zwar hat der Makler alle 10 Kaufzusagen informiert, doch die sind alle abgesprungen. Schnäppchenjäger. Der Makler hat eine professionelle Verkaufsstrategie erarbeitet und für das Haus zum errechneten Preis von 420.000€ nach 6 Wochen den richtigen Käufer gefunden. Kerstin hatte sich um 100.000€ verkalkuliert.

Sind alle Verkäufer gleich?
Verhalten sich Verkäufer überall gleich? Sicher nicht. Geschaut wird vor der eigenen Haustür. Genau dort können sich Preise aber gewaltig unterscheiden. Der Blick in die Immobilienportale hilft schon lange nicht mehr. Schon vor Beginn der Pandemie fanden sich dort vermehrt Ladenhüter. Denn die Portale bilden nur die Angebote ab, die über den unsichtbaren Markt nicht weggehen. Der unsichtbare Markt oder wie wir es nennen, die diskrete Vermarktung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vorgemerkte Interessenten werden von uns bevorzugt informiert.

Makler verkaufen schneller zum besseren Preis
Hier im ländlichen Raum erkennen Eigentümer diesen Maklernutzen oft deutlich besser als in der Stadt. Das ergeben übrigens auch interne Untersuchungen von Immobilienscout24. Die Standzeiten von Privatangeboten sind danach 5x länger als bei Maklern. Heißt: Makler verkaufen schneller und zum besseren Preis.

Digitale Konkurrenz
Die Preissensibilität haben natürlich auch die PropTechs erkannt. Also Makler wie McMakler oder Homeday, die dem traditionellen Makler zunehmend Konkurrenz machen. Die wollen die Prozesse digitalisieren, was das Zeug hält. Und werben mit dem Preis der Leistung, also der eigenen (niedrigen) Provision. Das zu vergleichen ist für den normalen Eigentümer jedoch kaum möglich. Der Verkauf des idR wertvollsten Vermögensgegenstandes solch einem auf Effizienz getrimmten Unternehmen anzuvertrauen muss man wollen.

Fazit
Wer sich den (teuren) Maklerprofi sparen will verliert ganz oft Geld.

 

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Eine Information von Eck & Company Immobilien GmbH

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Text © Andreas Eck - Bild © vladimirfloyd - stock.adobe.com

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