Fit für Hitze und Dürre: 10 Tipps für den klimaresistenten Garten

Der Klimawandel stellt auch Hobbygärtner vor neue Herausforderungen. Viele fragen sich, welche Pflanzen angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden geeignet sind und wie sie ihren Garten möglichst klimaschonend pflegen können. Erich Kulling, Mitglied des Verbraucherschutzverbandes Wohnen im Eigentum (WiE) gibt 10 Tipps. Er ist Ingenieur für Gartenarchitektur und Landschaftspflege.

Seit rund 30 Jahren ist Erich Kulling beim Grünflächenamt in Worms für die Grünflächenunterhaltung und Baumpflege verantwortlich. Dort beschäftigt er sich auch mit dem Thema Pflanzenauswahl und -pflege und wie diese den neuen klimatischen Bedingungen angepasst werden müssen.

Tipp 1: Den Boden gut vorbereiten

Der Boden ist die Basis für gesunde, vitale Pflanzen. „Wenn Pflanzen nicht gut wachsen, liegt das meistens nicht am Klimawandel, sondern an schlechten Bodenverhältnissen, einer schlechten Bodenvorbereitung und einem Wurzelraum, der zu klein ist“, informiert Erich Kulling. Dieses Problem betreffe häufig die Außenanlagen von Mehrfamilienhäusern, da die Flächen rund um die Gebäude in der Regel stark verdichtet seien und sich nicht selten im Untergrund Bauschutt oder andere „Überraschungen“ befänden. „Meist fehlt es dort auch an organischer Substanz in der obersten Bodenschicht oder der Mutterboden fehlt gänzlich“, sagt Kulling.

Der Boden sollte mindestens zwei Spaten tief, also 60 cm, locker und durchwurzelbar sein. Das gilt für Stauden, Bodendecker und Sträucher. Damit Bäume zufriedenstellend wachsen, muss der Boden vor dem Einpflanzen mindestens eineinhalb Meter tief gelockert werden.

Tipp 2: Vielfältig und standortspezifisch pflanzen

Grundsätzlich ist es wichtig, auf Vielfalt zu setzen und die Pflanzen für den jeweiligen Standort (z. B. volle Sonne) auszusuchen. Es gibt jede Menge attraktive Pflanzen, die auch für schwierige Standorte wie trockenen Schatten geeignet sind, z. B. Elfenblumen, Waldastern und Steinsame. Staudengärtnereien und Baumschulen, beraten hierzu gerne.

Tipp 3: Frosthärte berücksichtigen

Angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden sind Pflanzen gefragt, die sowohl gegen Hitze und Trockenheit resistent als auch frosthart sind. Denn auch wenn die Winter in Deutschland im Durchschnitt milder werden, kann es immer wieder Kälteeinbrüche geben. Informieren Sie sich daher bei der Auswahl genau, welche Pflanzen die genannten Eigenschaften in sich vereinen. Viele Pflanzen aus dem Mittelmeer-Raum sind beispielsweise nicht ausreichend frosthart, um sie in Deutschland ganzjährig im Freien einzupflanzen. Gut geeignet sind zum Beispiel Hohe Fetthenne, Mannstreu, Bergminze und Blauraute.

Tipp 4: Trockenheitsresistente Pflanzen auswählen

Wer seinen Garten neu bepflanzt oder neu anlegt und nicht gerade in einer niederschlagsreichen Gegend mit sauren Böden wohnt, sollte besser auf Arten wie Rhododendren und Hortensien verzichten, denn diese Pflanzen haben einen hohen Wasserbedarf. Aber es gibt Alternativen: Strauch-Pfingstrosen kommen fast gänzlich ohne zusätzliches Wässern aus und vertragen volle Sonne. Bei Böden mit hohem Kalkgehalt sind der ‚Gemeine Flieder‘ und der ‚Königsflieder‘ mit ihrer Blüte in lila, rosa und weiß eine gute Wahl.

Außerdem:
Auch unter den heimischen Sträuchern gibt es attraktive Arten, die viel Trockenheit vertragen und pflegeleicht sind: Wolliger Schneeball, Weißdorn, Kornelkirsche, Bibernellrose und Haselstrauch.

Klassische Gartensträucher, die Trockenheit aushalten und leicht zu pflegen sind: Felsenbirne, verschiedene Berberitzenarten, Kolkwitzie, Chinesische Goldrose.

Stauden und Halbsträucher für sonnige, trockene Standorte: Lavendel: Steppensalbei, Katzenminzen, Brandkraut, Fetthennen, Hohe Schafgarbe, Heiligenkraut, Mittelmeerwolfsmilch. Die Bartiris kommt mit schwierigsten Standorten zurecht – je sonniger und trockener, umso besser. Es gibt sie in einer großen Sortenvielfalt. Die genannten Stauden lassen sich hervorragend mit Gräsern wie dem Atlasschwingel und dem Silberährengras kombinieren.

Mediterrane Kräuter: Sie dürfen natürlich bei Gärtnern, die auch gerne kochen, nicht fehlen. Klassiker sind Rosmarin, Thymian und Salbei. Weniger bekannt, aber dennoch sehr empfehlenswert und sehr unkompliziert ist der Ysop, ein 60 cm hoher Halbstrauch, der wahlweise weiß oder blau blühend erhältlich ist. Er eignet sich z. B. sehr gut zum Würzen von Salaten. Alle Kräuter aus dem Mittelmeerraum können auch sehr gut in Terracotta-Töpfen auf dem Balkon kultiviert werden.

Tipp 5: Bäume pflanzen – unbedingt, aber Artenauswahl und Platzbedarf beachten

Bäume sind wichtige Schattenspender und unverzichtbar in der Gartengestaltung. Aber leider werden bei der Planung und beim Pflanzen immer wieder Fehler gemacht. Ein geeigneter Baumstandort muss mindestens ein durchwurzelbares Bodenvolumen von zwölf Kubikmetern haben. Das entspricht ungefähr der Fläche eines PKW-Stellplatzes und einer Tiefe von eineinhalb Metern. Nur dann ist gewährleistet, dass der Baum ein ausreichend großes Wurzelwerk bilden kann, um die Krone mit Wasser und Nährstoffen versorgen zu können.

Informieren Sie sich unbedingt, wie groß die Baumarten werden, die Sie pflanzen möchten. Lassen Sie sich außerdem beraten, welche Arten besonders widerstandsfähig sind und gut mit Dürre und Hitze zu Recht kommen. Hilfestellung finden Sie z. B. in der Straßenbaumliste der GALK (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz) oder der Veröffentlichung „Klimabäume – welche Arten können in Zukunft gepflanzt werden?“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Tipp 6: Auf Rasen verzichten oder nicht zu kurz mähen

Rasen benötigt sehr viel Wasser, damit er auch in trockenen Sommern grün und dicht bleibt. Viele halten das angesichts des Klimawandels nicht mehr für zeitgemäß. Wer ganz auf Rasen verzichten will, hat die Möglichkeit, diesen in Wiesenflächen umzuwandeln oder bei kleineren Flächen durch bodendeckende Gehölze und Stauden zu ersetzen. Der Bund Deutscher Staudengärtner bietet eine Reihe sogenannter Staudenmischpflanzungen für die verschiedensten Standorte an – von ‚Silbersommer‘ für volle Sonne bis ‚Schattenglanz‘ für schattige Lagen. Alle Mischpflanzungen haben eines gemeinsam: Sie sind pflegeleicht, robust und trotzdem sehr attraktiv.

Wer dennoch einen neuen Rasen anlegen möchte, sollte bei der Saatgut-Mischung zum Beispiel Landschaftsrasen für Trockenlagen mit Kräutern (RSM 7.2.2) verwenden. Diese Mischung ist auch für Südböschungen geeignet.

Auf jeden Fall wichtig: Achten Sie im Sommer darauf, den Rasen nicht kürzer als vier Zentimeter zu mähen – andernfalls verbrennt er bei starker Sonneneinstrahlung leichter.

Tipp 7: Richtig gießen

Rasen, Stauden und Gehölze sollten in größeren Abständen, dann aber durchdringend gewässert werden, empfiehlt Erich Kulling. Pro Wässergang sollten es 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter sein. Dann erst wieder in zwei Wochen (Achtung: Sommerblumen und Gemüse müssen häufiger gewässert werden.) So werden die Pflanzen dazu angeregt tiefer zu wurzeln und Trockenperioden werden so besser verkraftet. Wird mit einem Sprenger bewässert, hilft ein einfacher Regenmesser (erhältlich in Gartencentern) zur Kontrolle der Wassermenge.

Nutzen Sie, wenn möglich, Regenwasser zum Gießen. Dieses können Sie in einer einfachen Regentonne sammeln oder Sie lassen sich eine unterirdische Zisterne einbauen, die das Dachflächenwasser sammelt.

Tipp 8: Mulchen gegen Austrocknung

Rindenmulch in Beeten hilft, die Verdunstung zu reduzieren und den Boden vor Austrocknung zu schützen. Die Mulch-Schicht sollte 5-7 cm dick sein. Auch Humus aus dem eigenen Komposthaufen hilft, die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu erhöhen.

Tipp 9: Offene Böden vermeiden – Flächige Bepflanzung gegen Erosion

Eine flächige Bepflanzung schützt den Boden effektiv vor Austrocknung und Erosion bei Starkregen. Sind Beete flächendeckend mit Stauden bepflanzt (z. B. Balkanstorchenschnabel, Elfenblume, Teppich-Beinwell reduziert sich der Aufwand für die Pflege erheblich. Auch Sträucher wie die immergrüne Kriechmispel und der Zwergliguster sind sehr gut geeignet, größere Flächen kostensparend zu bepflanzen.

Tipp 10: Unkrautvlies und Schotter – erhalten die rote Karte

Es ist leider zurzeit sehr verbreitet, anstatt schöne Bepflanzungen anzulegen, großflächig Unkrautvlies auszulegen und dieses mit Rindenmulch oder Kies und Schotter abzudecken. Diese „Fake-Flächen“ haben mit fachgerechter und kreativer Gartengestaltung nichts zu tun. Sie leisten außerdem keinen Beitrag für den Arten- und Klimaschutz.

Luft-Luft-Wärmepumpen: Klimageräte als smarte Heiz-Alternative

Klimageräte können dazu beitragen, an Hitzetagen das Haus kühl zu halten. Inzwischen werden sie in Deutschland immer beliebter. Dass die Geräte auch heizen können, ist jedoch noch wenig bekannt. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Luft-Luft-Wärmepumpen, so der Fachbegriff, sind in der Anschaffung günstiger als herkömmliche Wärmepumpen und können vergleichsweise einfach installiert werden. Sinnvoll sind sie in eher kleineren Wohnungen oder unregelmäßig genutzten. Dies gilt insbesondere für Gebäude ohne Heizungsrohre, Heizkörper oder Fußbodenheizung, die bisher etwa mit Nachtspeicheröfen beheizt wurden. Nachteilig ist, dass sie das Haus nicht mit Warmwasser für Küche und Bad versorgen können. Die Wärmeverteilung muss zudem so geplant sein, dass die Luftbewegung im Raum angenehm ist und die Strömungsgeräusche nicht zu laut werden. Vor allem im unsanierten Altbau ist dies aufgrund des hohen Wärmebedarfs eine große Herausforderung. Luft-Luft-Wärmepumpen sollten in solchen Fällen in der Regel nicht als alleiniges Heizsystem eingesetzt werden.

In Südeuropa und Skandinavien sind Klimageräte schon lange im großen Stil im Einsatz. Doch auch in Deutschland wächst das Interesse von Hauseigentümern. Die Verkaufszahlen nehmen entsprechend zu: Laut Raumklimagerätestatistik des Fachverbandes Gebäude-Klima stieg der Absatz von rund 210.000 Geräten im Jahr 2018 auf rund 280.000 im Jahr 2024. Genutzt werden sie vor allem für den Kühlbetrieb.

Funktionsweise der Luft-Luft-Wärmepumpe

Im Kühlbetrieb entziehen Luft-Luft-Wärmepumpen der Raumluft Wärme und geben diese an die Außenluft ab. In der Folge sinkt die Temperatur in der Wohnung. Dreht man den Prozess um, wird eine Heizung daraus. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmepumpen übertragen Klimaanlagen die Wärme jedoch nicht über Wasser, Heizungsrohre und Heizkörper, sondern erwärmen über Inneneinheiten direkt die Raumluft“, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Im Heizbetrieb saugt die Außeneinheit Umgebungsluft an und entzieht dieser Wärme. Mit Hilfe von Strom wird diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und über ein Kältemittel zur Inneneinheit geleitet. Die Inneneinheit wiederum saugt Raumluft an, erwärmt sie und gibt sie wieder an den Raum ab. Wichtig zu wissen: Es findet kein Luftaustausch zwischen innen und außen und damit keine Wohnraumlüftung statt.

Luft-Luft-Wärmepumpen werden auch als Split-Klimaanlagen bezeichnet. Es gibt sie in zwei Ausführungen: Single-Split-Anlagen bestehen aus einer Außeneinheit und einer Inneneinheit. Bei Multi-Split-Anlagen hingegen gehören zu einer Außeneinheit mehrere Inneneinheiten, die verschiedene Räume versorgen können. Die Inneneinheiten benötigen einen elektrischen Anschluss, einen Kondensatablauf und sind über eine dünne Kältemittelleitung mit der Außeneinheit verbunden. In der Regel gibt es bei Multi-Split-Anlagen zwei bis fünf Inneneinheiten pro Außeneinheit. Je nach Größe und Geometrie der Wohnung und der Geräuschentwicklung der Außeneinheit können somit auch zwei oder mehrere Außenein­heiten notwendig sein, um die ganze Wohnung zu beheizen.

Für welche Gebäude eignen sich Klimageräte?

Die Vorteile der Anlagen: Klimaanlagen sind in der Anschaffung meist deutlich günstiger als andere Wärmepumpen-Typen; pro Raum kann mit etwa 3.000 Euro gerechnet werden. Auch die Installation ist vergleichsweise einfach und spart Kosten. Für Menschen mit Allergien sind die Geräte nützlich, da die Inneneinheit mit Staub- und Partikelfiltern ausgestattet ist. Eine Baugenehmigung ist in der Regel nicht erforderlich, allerdings müssen die Geräte beim Netzbetreiber angemeldet und die Schallschutzanforderungen der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ eingehalten werden.

Luft-Luft-Wärmepumpen sind als alleiniges Heizsystem möglich oder als Ergänzung zum bestehenden Heizsystem. Als einziges Heizsystem sind Luft-Luft-Wärmepumpen in unregelmäßig oder wenig genutzten Wohnungen sinnvoll, wie beispielsweise Ferienwohnungen, da sie Räume im Vergleich zu wassergeführten Systemen recht schnell aufheizen können. Auch kleineren Wohnungen eignen sich in der Regel gut, da hier mit einer Außeneinheit alle Räume abgedeckt werden können. In der Regel reicht es aus, wenn die Wohn- und -Schlafräume und Küche beheizt werden. Im Bad ist aufgrund der Feuchtigkeit kein Gerät sinnvoll.

Die Klimageräte haben ihren größten Nutzen dort, wo es keine wasserführenden Rohrleitungen, Heizkörper und keine Fußbodenheizung gibt, etwa in Gebäuden mit Nachtspeicheröfen. Denn die Nachrüstung hin zu einem wassergeführten Heizsystem – einschließlich klassischer Wärmepumpe – ist dort mit erheblichen Kosten verbunden und kann schnell in den hohen fünfstelligen Bereich gehen.

Größere Wohnungen oder Häuser sind häufig eher ungeeignet für eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Hier können je nach Geometrie und Raumaufteilung zwei oder sogar drei Außeneinheiten nötig werden, auch mit Multi-Split-Geräten.

Nachteile der Luft-Luft-Wärmepumpe

Wer mit einem Klimagerät heizt, muss für die Warmwasserbereitung eine separate Lösung finden, etwa über einen Durchlauferhitzer, Boiler oder eine Brauchwasserwärmepumpe. Viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer finden die Außeneinheit an der Wand außerdem ästhetisch nicht ansprechend. Außerdem wird das Heizen über die Erwärmung der Raumluft von manchen Menschen als weniger angenehm empfunden als bei einer klassischen Heizung mit Heizkörpern. Heizkörper erwärmen nicht nur die Luft, sondern haben auch einen hohen Strahlungsanteil, der vielen komfortabler erscheint.

Hinzu kommt: Bei einer reinen Luftheizung, wie bei den Klimageräten, kann ein Luftzug entstehen. Manche nehmen das als unangenehm wahr. Die Wärmeverteilung muss daher gut geplant werden, um Zugerscheinungen und zudem laute Strömungsgeräusche zu verhindern. Insbesondere in unsanierten Bestandsgebäuden ist das nicht einfach, da sie einen hohen Wärmebedarf haben. Expertinnen und Experten empfehlen in solchen Fällen, nicht ausschließlich auf Luft-Luft-Wärmepumpen zu setzen.

KfW-Förderung „Jung kauft Alt“: Höhere Kredite ab August 2026

  • Kreditsumme bei „Jung kauft Alt“ steigt deutlich auf 140.000 Euro bis 180.000 Euro / abhängig von Zahl der Kinder
  • Zinsen werden aus Mitteln des Bundes verbilligt: Heutiger Zins bei 0,53 Prozent effektiv bei 35 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung
  • Antragstellende verpflichten sich zu energetischer Sanierung binnen 54 Monaten nach Förderzusage / Sanierung in Einzelmaßnahmen ab sofort möglich

Die KfW und der Bund verbessern weiter die Förderung für Familien mit mindestens einem Kind im Förderprodukt „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb / „Jung kauft Alt“: Familien mit geringem und mittlerem Einkommen, die eine Bestandsimmobilie mit schlechtem Energiestandard kaufen, die sie selbst bewohnen und sanieren, können ab dem 3. August 2026 einen deutlich höheren Kreditbetrag bei der KfW beantragen. Für Familien mit einem Kind steigt der Förderhöchstbetrag von 100.000 Euro auf 140.000 Euro, für Familien mit zwei Kindern auf 160.000 Euro (vorher: 125.000 Euro) und für Familien mit drei und mehr Kindern auf 180.000 Euro (150.000 Euro). Die Darlehenszinsen von „Jung kauft Alt“ werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) verbilligt: Heute liegt der Zinssatz für ein Darlehen mit 35 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung bei 0,53 Prozent effektiv.

Immobilien für Familien realistischer und planbarer

Melanie Kehr, für die inländische Förderung zuständiges Vorstandsmitglied der KfW, sagt: „Viele Familien möchten ins eigene Zuhause – und müssen gleichzeitig mit einem engen Budget kalkulieren. Wir freuen uns daher, Familien mit geringem und mittlerem Einkommen zusammen mit dem Bund noch besser beim Kauf einer Wohnimmobilie begleiten zu können. Mit einem Förderdarlehen aus „Jung kauft Alt“ lässt sich nun ein größerer Teil des Kaufpreises zu einem günstigen Zinssatz finanzieren, der aus Mitteln des Bundes verbilligt ist. So kann der Weg in die eigenen vier Wände für mehr Familien realistischer und planbarer werden.“

Sanierung in Einzelmaßnahmen

Antragstellende verpflichten sich, die erworbene Bestandsimmobilie binnen 54 Monaten ab KfW-Förderzusage energetisch zu sanieren. Hier erweitern KfW und Bund die Möglichkeiten für Familien und kommen damit den individuellen Bedürfnissen noch stärker entgegen: Die Sanierung kann nun auch durch eine Umsetzung mehrerer Einzelmaßnahmen durchgeführt werden. Die Alternative bleibt eine systemische Sanierung auf den energetischen Standard „Effizienzhaus 85 EE“ oder „Effizienzhaus Denkmal EE“. Bei einer Sanierung in Einzelmaßnahmen sind in der Regel die folgenden verpflichtend durchzuführen:

  • Fenstertausch
  • Fassadendämmung
  • Dämmung des Dachs oder Dämmung der obersten Geschossdecke gegen unbeheizte Dachräume
  • Heizungstausch (Energieträger mindestens 65 % Erneuerbare Energien; erfüllt die Bestandimmobilie dies bereits, so entfällt diese Einzelmaßnahme)

Zuschüsse und Kredite für Sanierung

Für die Finanzierung der Sanierung können z. B. zinsgünstige Kredite und Zuschüsse der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) genutzt werden, wie etwa die Zuschüsse der KfW-Heizungsförderung für den Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung ( KfW-Nr. 458), die BEG-Wohngebäude-Kredite der KfW ( KfW-Nr. 261) oder die Förderangebote des Bafa (BAFA – Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)).

Die wichtigsten Programmdetails von „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb / Jung kauft Alt“ im Überblick:

  • Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die erstmals Eigentum von selbstgenutztem Wohnraum erwerben, bei denen mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt und deren zu versteuerndes jährliches Haushaltseinkommen max. 90.000 EUR bei einem Kind beträgt, zuzüglich 10.000 EUR je weiteres Kind.
  • Die zu erwerbende Wohnimmobilie muss zum Zeitpunkt der Antragstellung gemäß eines Energiebedarfs- oder verbrauchsausweises in die Energieeffizienzklasse F, G oder H eingestuft sein.
  • Die Kredite im Produkt „Jung kauft Alt“ können Kunden, wie bei KfW-Förderkrediten üblich, bei ihren Hausbanken beantragen.
  • Antragstellende verpflichten sich, die erworbene Bestandsimmobilie binnen 54 Monaten ab KfW-Förderzusage energetisch zu sanieren.
  • Alle Informationen zu „Jung kauft Alt“ gibt es unter www.kfw.de/308